Schaumburger Nachrichten 15.01.2010
Kehrtwende: Sporthalle wieder offen
Samtgemeinde lässt nun im Zweifel den Schnee gleich runterholen / Landkreis behält Objekt im Auge
Überraschende Nachricht ist gestern aus dem Nenndorfer Rathaus gekommen. Die Samtgemeinde wartet nicht auf eine
Ausnahmegenehmigung vom Landkreis, sondern öffnet die Sporthalle in Haste wieder.
HASTE. Warum nicht gleich so, wird sich mancher nach dieser Mitteilung aus dem Rathaus fragen. "Eine gefahrlose
Nutzung der Halle ist während der Schneeperiode möglich, wenn die nach der Installation der Solaranlage verbleibenden
Rest-Schneegewichte nicht überschritten werden. Die Samtgemeinde wird durch ständiges Messen und gegebenenfalls Räumen
sicherstellen, dass die Dachbelastung nicht überschritten wird", teilte Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese gestern
ein wenig klausuliert mit, dass die Verwaltung den Schnee nicht einfach oben liegen lässt. "Die Halle ist wieder zur
Nutzung freigegeben", lautet die wichtige Botschaft, die in der Grundschule und Vereinen mit Freude aufgenommen worden
sein dürfte.
Sie kommt ein wenig überraschend. Denn die Samtgemeinde hatte erst Anfang dieser Woche dem Landkreis gegenüber ihrer
eigenen Sporthalle das Baurecht abgesprochen und wollte eine Ausnahmegenehmigung für den Betrieb haben. Ein Anliegen,
das laut Landkreis gesetzlich gar nicht möglich ist. Die Halle müsste demnach weiter geschlossen bleiben, hieß es (die
SN berichteten). Keine Auskunft gibt Reese darüber, wie es zu dem Umdenken gekommen ist. Die Verwaltung habe "in
Ersatzvornahme die Stellungnahme eines Sachverständigen zur Schließung der Sporthalle Haste eingeholt", schreibt er
nur. Der Streit um den ordnungsgemäßen Zustand des durch die Solaranlage veränderten Daches sei damit noch nicht
erledigt, fügt Reese hinzu. Dazu verlangt die Samtgemeinde eine "Übereinstimmungserklärung hinsichtlich des gültigen
Baurechts". Die Nachweise zu erbringen sei Angelegenheit des Nutzers. Schaumburgs Kreisbaurat Fritz Klebe wundert sich
nun über die Kehrtwende in Nenndorf. Denn in ihrem seiner Ansicht nach ohnehin überflüssigen Antrag hatte sie die
Schneelast gar nicht erwähnt, sondern grundsätzlich das Baurecht in Frage gestellt.
Einschreiten will der Landkreis nicht, da die Samtgemeinde für ihr Gebäude verantwortlich ist. "Wir sehen das nicht
so panisch." Dennoch will sich Klebe alle Unterlagen kommen lassen und auch die neue Stellungnahme des Gutachters
prüfen. Nun sei der Landkreis eingeschaltet und müsse auch tätig werden. Klebe: "Bei falschen Annahmen greifen wir
ein."