Aileen Pfaffe lässt sich von niemandem stoppen
Hohnhorster Nachwuchs holt bei Badminton-Bezirksmeisterschaften vier Titel
TSV Hagenburg verbucht einmal Silber und einmal Bronze
Am vergangenen Wochenende sind im Badminton-Bezirk Hannover die Meister bei den Schülern gesucht
worden. Aus Schaumburg reisten Talente vom TSV Hagenburg und dem TuS Germania Hohnhorst
nach Burgdorf, um auf Medaillenjagd zu gehen. Mit Erfolg. Für die Germanen gab es vier Titel, der
TSV brachte immerhin eine Silber- und eine Bronzemedaille mit nach Hause.
Kreis Schaumburg (r, ni). Die Meisterschaften gingen am Sonnabend mit den Einzelwettbewerben los.
In der Altersklasse U9 ging Frederike Pfaffe vom TuS Germania Hohnhorst ins Rennen. Sie spielte
souverän auf und bezwang ihre Gegnerinnen aus Harkenbleck (21:12/21:17) und Pennigsehl (21:10/2113)
jeweils in zwei Sätzen und sicherte damit den ersten Titel an diesem Tag für die Hohnhorster.
Bei den U11 starteten zwei Hohnhorster: Bei den Jungen ging Sören Kelb und bei den Mädchen Alicia
Molitor ins Rennen. Für Kelb endet der Wettkampf bereits in der 1. Runde: Dem späteren
Drittplatzierten konnte er nicht gefährlich werden und er unterlag mit 2:21 und 5:21.
Besser lief es für Molitor: Ihr erstes Match gewann sie locker. Auch Spiel Nummer zwei gegen Hanna
Moses, mit der sie sich den gleichen Ranglistenplatz teilt, erwies sich als klare Angelegenheit
(21:10/21:4). Mit diesen zwei Siegen hatte Molitor das Halbfinalticket gebucht. Dort bekam sie es
mit der an Nummer eins gesetzten Laura Beigel (Heesseler SV) zu tun. Die Favoritin war dem
Germanen-Talent in allen Belangen überlegen und sicherte sich im weiteren Verlauf den Turniersieg.
Im Spiel um Platz drei gegen Nele Voigtländer vom MTV Nienburg war im 1. Satz alles drin für
Molitor, doch die Nienburgerin hatte mit 23:21 knapp das bessere Ende für sich. In zweiten
Spielabschnitt schaffte es die Hohnhorsterin nicht, ihre Gegnerin entscheidend unter Druck
zusetzen. So ging auch der 2. Satz an Voigtländer. Für Molitor blieb der 4. Rang.
Bei den U13 ereilte Celine Molitor gegen die an Position vier Gesetzte Lisa Szalai vom VfL Grasdorf
mit 10:21 und 10:21 das Aus bereits in der 1. Runde.
Im starken Teilnehmerfeld der Mädchen U15 hatten sich die Hohnhorsterinnen Marie Pinkernell und
Aileen Pfaffe viel vorgenommen. Pfaffe musste sich im ersten Spiel mit Sina Stanzel vom Gastgeber
Heesseler SV auseinandersetzen: Mit 21:3 und 21:6 war das Spiel schnell zugunsten des TuS-Talents
entschieden. So konnte sie noch beim Spiel ihrer Cousine Vanessa Kelb vom TSV Hagenburg gegen
ihre Freundin und Doppelpartnerin Marie Pinkernell zusehen: Beide schenkten sich nichts. Am
Ende setzte sich Pinkernell mit 21:19 und 21:15 durch. In Runde zwei warteten mit Jennifer Broll
und Aylin Erki (beide Heesseler SV) Gegnerinnen, die in der Rangliste noch vor den
Hohnhorsterinnen geführt werden.

KONKURRENZ IST BAFF: Aileen Pfaffe und Marie Pinkernell zeigen sich in Topform. pr. (2)
Auch beim zweiten Auftritt war Pfaffe anzumerken, dass sie sich viel vorgenommen hatte:
Hochkonzentriert und sehr engagiert ließ sie nie einen Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen
wollte. Der Sieg fiel schließlich mit 21:7, 21:7 deutlich aus. Ganz so leicht sollte es Pinkernell
nicht haben, denn Broll verlangte ihr in drei Sätzen alles ab. Am Ende allerdings behielt die
junge Schaumburgerin (21:10, 11:21 mit 21:18) die Oberhand und zog ins Halbfinale ein. Dort wartete
die top-gesetzte Annika Bradstübner (Heesseler SV). Im ersten, sehr ausgeglichenen Abschnitt
sah es über weite Strecken so aus, als ob Pinkernell ihre seit Wochen aufsteigende Form nutzen kann
und den Einzug ins Finale schafft. Doch beim Stand von 18:18 gelangen Bradstübner drei Punkte zum
Satzgewinn. Der 2. Durchgang gestaltete sich wieder sehr ausgeglichen. Doch unterm Strich holte
sich die Heeßelerin mit 21:19 auch diesen Satz. Im parallel ausgetragenen zweiten Halbfinale hatte
Pfaffe es mit Tessa Voigtländer aus Nienburg zutun, die sie bislang immer hatte schlagen können. So
war es auch diesmal: Mit enormer Konzentration und hoher Laufbereitschaft ließ Pfaffe ihrer Gegnerin
in beiden Sätzen keine Chance und stand nach dem 21:10 und 21:15 im Finale.
Nun rechneten die meisten Zuschauer mit einem knappen, ausgeglichenen Endspiel über drei Sätze. Doch
die junge Hohnhorsterin hatte andere Pläne. Im 1. Durchgang gelang Pfaffe alles und sie
entschied diesen im Eiltempo mit 21:7 zu ihren Gunsten. Im 2. Durchgang ging es anfangs
stürmisch so weiter. Allerdings kam Bradstübner immer besser mit dem druckvollen und präzisen
Spiel von Pfaffe klar und kämpfte sich heran. Doch Pfaffe konterte, setzte sich am Ende mit
21:16 durch und konnte sich über den Meistertitel freuen.
Als nächste Disziplin stand das Gemischte Doppel auf dem Programm, doch weder Sören Kelb/Alicia
Molitor in der Altersklasse U11 noch Aileen Pfaffe mit ihrem Partner Yannik Friedrich aus
Pennigsehl überzeugten. Am Ende belegten Kelb/Molitor Rang sieben, Pfaffe/Friedrich kamen auf
den 4. Platz.
Am Sonntag ging es in die Doppel. Sören Kelb und Partner Pascal Struwe (Pennigsehl) erwischten
ein Freilos standen damit aufgrund der geringen Teilnehmerzahl bereits im Halbfinale: Dies ging
indes mit 12:21 und 8:21 verloren. Es fehlte einfach die Abstimmung, da die beiden noch nicht so
häufig zusammengespielt haben. Im abschließenden Spiel um Platz drei langte es gegen die
Konkurrenten aus Nienburg mit 21:15 und 21:12 zu einem Sieg.
Für die an Position drei gesetzten Pinkernell/Pfaffe begann der Sonntag ebenfalls mit einem Freilos.
In der 2. Runde folgte ein ungefährdeter Sieg (21:8/21:13) gegen Pia Baudach/Inka Trulley
(SV Harkenbleck). Nun wurde es Ernst: Mit Ulrike Kesper/Luzia Wojahn (MTV Nienburg)
wartete im Halbfinale ein schwerer Gegner. Doch Pfaffe/Pinkernell knüpften an ihre bemerkenswerten
Leistungen aus dem Einzelwettbewerb an und spielten sich mit konsequent druckvollem Spiel über
ein 21:9 und 21:13 ins Finale. Dort trafen sie auf Broll/Bradstübner vom Heesseler SV. Gleich
zu Beginn des 1. Satzes war klar, dass die beiden Hohnhorsterinnen nichts anbrennen lassen
wollten. Ein ums andere Mal waren sie nach schönen Schlagkombinationen ihren Gegnern überlegen und
konnten den 1. Spielabschnitt mit 21:15 für sich entscheiden. In Durchgang zwei gingen die
Heesseler Youngster in Führung und wurden sicherer. Auf der anderen Seite schlichen sich bei
Pinkernell und Pfaffe vermeidbare Fehler ein. Doch im Anschluss der kurzen Pause nach dem elften
Punkt legte das Schaumburger Duo noch einmal richtig los und setzte sich entscheidend ab. Mit
21:18 ging der Meistertitel an Pinkernell und Pfaffe. "Was die beiden gestern und heute gezeigt
haben war schon prima Badminton", lobte Trainer Matthias Pfaffe. "Ich glaube die intensive
Trainingsarbeit der letzten Monate trägt jetzt Früchte. Es ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen."

LICHT UND SCHATTEN: Auch eine Abordnung des TSV Hagenburg mischt bei den Bezirksmeisterschaften mit.
Aus Sicht des TSV Hagenburg gab es außer dem starken Auftritt von Vanessa Kelb in der Klasse
U15 noch weitere ordentliche Resultate. Im Jungen-Einzel der Altersgruppe U13 erreichte Jan Hamann
den 4. Platz. Mareike Sell und Verena Herrmann belegten in derselben Altersklasse die Ränge
sechs und sieben.
Besser lief es im Doppel und Mixed. Jan Hamann und Mareike Sell erkämpften überraschend den
2. Platz. Sie verloren im Endspiel zwar gegen Dennis Gankin (TSV Bemerode) und Maren
Völkering (MTV Nienburg) mit 9:21 und 18:21, aber im zweiten Satz konnten sie durchaus
mithalten. Im Doppel trat Hamann zum ersten Mal mit seinem Vereinskollegen Hendrik Bruns an.
Sie sicherten sich in einem dramatischen Match gegen die Brüder Tobias und Paskal Unger vom
Mellendorfer TV mit 21:18 und 26:24 den 5. Rang. Sell und Herrmann holten sich mit
einem Drei-Satz-Sieg über die Heeßelerinnen Pia Löwe und Lena Brückner mit 21:16, 18:21 und
21:16 sogar Bronze. Kelb erreichte mit ihrer Partnerin Tessa Voigtländer aus Nienburg den
5. Platz. "Im Einzel ist es bei den Mädchen nicht ganz so gelaufen wie erhofft, aber
im Doppel haben mich alle überrascht", resümierte TSV-Trainerin Daniela Kirchmann. "Vielleicht
lag es daran, dass am zweiten Tag bei den Doppelwettkämpfen, Stefan Sell das Coaching
übernommen hat. Manchmal hilft ein anderer Blickwinkel ja."