Schaumburger Zeitung 05.09.2002

Geschwister Aits im Mixed die Nummer eins

22. Rintelner Pokal-Turnier mit 150 Teilnehmern und 320 Spielen
VTR-Cracks setzen sich perfekt in Szene

150 Teilnehmer, 320 Spiele, 21 Stunden Turnierzeit, 4 Stunden Schlaf. Die Bilanz der Organisatoren des 22. Rintelner Pokal Turniers fällt in diesem Jahr äußerst positiv aus. Reibungslos konnte das Turnier abgewickelt werden, die Spielerparty war ein voller Erfolg und auch sportlich konnten sich die Rintelner perfekt in Szene setzen.

Es ist in jedem Jahr ein Mammutprojekt für die VTR'ler und fordert alles von den Organisatoren. Wenn am Sonntag der letzte Ball auf den Boden gefallen und die Halle aufgeräumt ist, wünschen sich alle das Turnier zum Teufel. Doch drei Wochen später beginnen bereits die Vorbereitungen für das nächste Jahr. Neue Wege hat dabei in diesem Jahr beschritten. Teams wurden für die verschiedenen Bereiche gebildet, die Aufgaben absprachen, verteilten und so dafür sorgten, dass viele Schultern entlastet werden konnten. Auch die Teilnehmerzahl wurde begrenzt, die Party anders gestaltet und mit Donald Schulz Sport kümmerte sich ein neuer Partner um die Versorgung der Aktiven mit allem, was ein Badmintonspieler zum Ausüben seines Sports braucht. Die Veränderungen haben gefruchtet und so konnte man sich auch auf den sportlichen Teil der Veranstaltung konzentrieren.

Hier glänzten die Rintelner Starter in allen Disziplinen. Anders als in den vergangenen Jahren dominierten sie in diesem die C-Klasse fast nach Belieben. Dabei waren die Doppeldisziplinen von besonderer Bedeutung. Im Damendoppel spielten sich zunächst drei Rintelner Doppel in die Endrunde. Brigitte Brakemeier/Doris Westermann, Mirja Nacke/Angelika Peddinghaus und Stefanie Battefeld/Stefanie Aits. In direkten Duellen sollten sie sich dann gegenseitig aus dem Wettbewerb werfen. Zunächst unterlagen Brakemeier/Westermann, später auch Nacke/Peddinghaus den deutlich stärkeren Stefanie Battefeld/Stefanie Aits. Sie zogen souverän ins Finale ein. Im Spiel um den dritten Platz setzten sich dann Mirja Nacke, jetzt für die SG Eisen/Bückeburg aktiv, und Angelika Peddinghaus durch. Battefeld/Aits gaben währenddessen den ersten Satz des Endspiels gegen Arend/Krückemeier ab. Durchgang zwei blieb dann allerdings an der Weser. Doch das kostete Kraft und der dritte Durchgang ging an die Damen von FC Schwalbe Hannover.

Tags zuvor hatte sich Stefanie Aits bereits in Szene gesetzt. An der Seite ihres Bruders Sven zog sie in die Runde der letzten acht ein. Dann zeigten die beiden, dass Geschwister nicht nur streiten. Mit sicherem und druckvollen, zugleich taktisch versiertem Mixed-Spiel arbeiteten sie sich bis in das Finale gegen die Nachbarn Patrick Beißner/Mirja Nacke von der SG Eilsen/Bückeburg, die ebenfalls ohne große Mühe in das Endspiel eingezogen waren. In der Vorrunde ging dieses Duell schon einmal über drei spannende Sätze, doch jetzt triumphierten Aits/Aits 11:2/0 und verwiesen die etwas geknickten SG´ler auf den zweiten Platz.

Damit noch nicht genug für Sven Aits. Er spielte an der Seite von Tim Krüger ein hervorragendes Doppelturnier. Die Vorrunde rang den beiden zunächst ein Lächeln ab und auch in der Endrunde reichte es für die Gegner gerade mal zum Wasser reichen. Allein die routinierten Altmeister Bollin/Brüsewitz zwangen sie zu konzentriertem Spiel, waren im Halbfinale aber genauso ohne Chance, wie Höfer/Rheinländer (FC Schwalbe) im Finale. Sven Aits sorgte für permanenten Druck und Tim Krüger stellte mit Spielwitz und Ballkontrolle den perfekten Partner. 15:7/2 lautete das deutlich Endspielergebnis für die Rintelner.

Und wäre Sven Aits nicht in die Organisation der Spielerparty eingebunden gewesen, hätte er sich auch im Einzel auf sich aufmerksam gemacht. So spielten sich andere Rintelner in den Vordergrund. Walter und Andres Westermann zogen in die Endrunde ein. Mit Spannung wurde nun erwartet, ob Vater oder Sohn am Ende vorn sein würden. Beide sicherten sich mit knappen Siegen den Einzug ins Halbfinale und es sah so aus, als würde es zum direkten Duell um den dritten Rang kommen. Denn Walter verlor sein Match gegen Rheinländer und auch für Andres sah im Spiel gegen Walter Beißner (SG Eilsen/Bückburg) nicht gut aus. Doch der Youngster legte sein anfängliches Hadern ab, wurde immer sicherer und gewann schließlich in drei Sätzen. Walter setzte sich dann im Spiel um Platz drei durch, Andres verlor das Finale. So standen Vater und Sohn einträchtig auf dem Treppchen.

Rintelner Sieger

Rintelner Siegertypen: (v.l.) Andres Westermann, Stefanie Battefeld,
Tim Krüger, Stefanie Aits, Walter Westermann und Sven Aits

In der A-Klasse machten auch die ehemaligen Rintelner auf sich aufmerksam. Eike Westermann spielte sich im Einzel bis in das Halbfinale. Hier unterlag er dem die Klasse klar dominierenden polnischen Jugendnationalspieler Pavel Lemkiewicz. Westermann war der einzige, der dem jungen Polen sein ganzes Können abverlangte. Dessen Mannschaftskamerad Christian Rudat, jetzt in der Regionalliga NRW für Steinhagen und früher für die VTR aktiv, kam mit Patrick Meier ebenfalls ins Halbfinale des Herrendoppels, musste sich aber dann mit Rang drei zufrieden geben. Erfolgreicher präsentierte sich Nina Nonnenberg, die jetzt für den TSV Neustadt spielt. Sie sicherte sich an der Seite von Michael Bethe den zweiten Platz im Mixed und siegte mit Jennifer Greune im Doppel.

Stefan Engler