Schaumburger Nachrichten 21.12.1999

Sieg im Spitzenspiel eröffnet neue Aufstiegschancen

"Dumme" Hohnhorster planen trotzig den Titel

HOHNHORST. "Wir sind einfach das stärkste Team der Badminton-Landesliga." Selbstsicher zeigte sich Frank Grabowski vom TuS Germania Honhorst nach dem 5:3-Sieg gegen den bisher alleinigen Spitzenreiter BV Gifhorn. "Wir haben bereits in der Hinrunde gegen die Gifhorner gewonnen und damit deutlich gemacht, dass wir spielerisch das größte Potential besitzen", legte der Mannschaftssprecher nach. Warum die Hohnhorster Mannschaft trotzdem nicht souveräner Tabellenführer ist, erklärte Grabowski mit wenigen und klaren Worten. "Weil wir zu dumm sind."

Bereits im dritten Jahr hintereinander machte die Mannschaftsführung am ersten Spieltag Formfehler. Einmal wurde die Reihenfolge der Einzel falsch, ein anderes Mal die Kombinationen der Doppel unrichtig notiert. Die Folge: Der jeweilige Staffelleiter korrigierte die Siege der Honhorster aufgrund der Fehler in Niederlagen um. So auch in diesem Jahr. Am ersten Spieltag gab es 3:1 Punkte für den TuS. Da aber die Herrendoppel falsch aufgeschrieben worden waren, wurden aus den 3:1 dann 1:3 Punkte. "Wenn wir die Punkte behalten hätten, dann wären wir jetzt schon Meister", meinte Grabowski. Er wisse auch nicht, warum seinem Team immer wieder solche dummen Fehler passieren würden. "Wir wollen schon seit drei Jahren aufsteigen", meinte er.

Ob es in dieser Saison klappt, bleibt fraglich. Zwar hat sich der TuS mit dem Sieg gegen den BV Gifhorn in eigener Halle und dem 7:1 gegen Schlusslicht VfL Grasdorf eine gute Ausgangsposition vor dem letzten Doppelspieltag geschaffen, aber keine glänzende. Punkt- und spielgleich steht der TuS mit dem BV Gifhorn an der Spitze. Doch das leichtere Restprogramm haben die Gifhorner. Denn während der Kontrahent im Kampf um die Meisterschaft nur noch gegen Hannover 96 (Hinspiel 7:1) und MTV Nordstemmen (7:1) antreten muss, stellt sich der TuS Germania Hohnhorst den SF Salzgitter (4:4) und dem SK Göttingen (4:4). Trotzdem gehen die Planungen auch in Richtung nächsthöhere Klasse:. "Wenn wir den Sprung in die Niedersachsenliga schaffen, dann werden wir uns voraussichtlich auf einer Herrenposition verstärken", berichtete Grabowski.

Am vergangenen Spieltag hätte Verstärkung bei den Frauen Not getan. Denn die sonst so zuverlässigen Punktesammlerinnen Silke und Kerstin Oldenburg markierten keinen einzigen Punkt. "Das gab es noch nie", berichtete Grabowski. Umso höher sei der Erfolg gegen den BV Gifhorn anzusetzen, da alle Herrenspieler gewonnen hätten. Dabei mussten drei Akteure über die volle Distanz gehen, um ihre Gegner in die Schranken zu verweisen. "Wir sind über die Leistung sehr glücklich und haben uns hinterher zu einer zünftigen Weihnachtsfeier zu zusammengetan", berichtete Grabowski. Dabei ging das Team geschlossen griechisch Essen, und es gelang ihm, den Durst nach dem hitzigen Spiel und dem würzigen Essen mit Spezialitäten aus dem Schankraum des Lokals zu löschen - ein weiteres Erfolgserlebnis und ein gutes Omen? (AXEL EMMERT)



LAGEBESPRECHUNG: Die Badmintonspieler des TuS Germania Hohnhorst
nutzen die Spielpause für Getränke und Gespräche. Sie haben die richtigen
Worte getroffen, siegen sie doch im Spitzenspiel und haben eine (kleine)
Meisterschaftschance. (Emmert)

SNoky

Über Jahrzehnte hinweg hat Ralf Oldenburg die Geschicke der Badmintonsparte des TuS Germania Hohnhorst mit bestimmt. Viele Jahre lang stand er auch als Spieler der ersten Mannschaft zur Verfügung. Vor einigen Jahren rückte er freiwillig immer weiter in untere Teams zurück, um dort als wichtige Stütze einzugreifen. Doch auch damit ist es vorbei. Knorpelschäden zwangen das Hohnhorster Urgestein zur Aufgabe. "Ich habe meine Schläger meinen beiden Töchtern vererbt", berichtete Oldenburg beim 5:3 gegen den BV Gifhorn (siehe Bericht oben). Silke und Kerstin halten die Schläger in Ehren - vielleicht im nächsten Jahr sogar in der Niedersachsenliga?