Schaumburger Zeitung Mai 1998

Guido Radecker vor dem Sprung in die U-14-Nationalmannschaft

Ranglisten standen für den Rintelner Badmintonnachwuchs auf dem Programm: Philip Radecker und Eike Westermann kämpften auf Landes- Guido Radecker war sogar auf Norddeutscher Ebene aktiv.

"Ein Platz im Endspiel muss drin sein", Philip Radecker war am Freitag nach der letzten Trainingseinheit vor der zweiten Landesrangliste in Northeim optimistisch. Doch bereits in der ersten Runde musste der an 2 in U17 gesetzte Radecker mehr tun, als ihm lieb sein konnte: Gegen Müller ging es nur über den Kampf, denn die Ballsicherheit schien wie weggefegt. Auch in der zweiten Runde wurde es nicht wesentlich besser, doch es reichte für den Einzug ins Halbfinale. Ronny Reichstein aus Gifhorn hieß der Gegner und Philips Spiel verbesserte sich nicht. Reichstein spielte schneller und druckvoller und erzwang damit die Fehler, die zur 8/9:15 Niederlage Radeckers führten. Das Spiel um Platz 3 war wieder von Fehlern Radeckers geprägt, doch es reichte zu einem knappen Dreisatz-Sieg. Das Endspiel gewann Jan Honerkamp.

Eike Westermann sollte sich in U19 behaupten, nachdem er die erste Landesrangliste U17 überlegen gewonnen hatte. Er hatte einen Platz im Mittelfeld erwartet und sich damit bereits unter Druck gesetzt. In Runde eins bekam er es mit Björn Wirthsmann zu tun, der als zweiter der Deutschen Meisterschaften im Doppel favorisiert war. Eike spielte glänzend und hielt dem Druck, den Wirthsmann entwickelte lange Zeit stand, musste sich aber in drei Sätzen geschlagen geben. Im ersten Spiel der Platzierungsrunde siegte Westermann nach starker Leistung 15:4/11, bevor er von Timo Teulings 2/4:15 in seine Schranken verwiesen wurde. Gegen Finn Kornau spielte Eike wieder gewohnt sicher und holt sich mit dem Sieg Platz 9.

Guido Radecker musste sich in Kienbaum bei Berlin den kritischen Blicken des Bundestrainer stellen. Die Norddeutsche Rangliste U14 war für ihn der erste Ausflug über die Landesebene hinaus, doch davon ließ er sich nicht beirren. Nur einen Satz gab Radecker in den Gruppenspielen der Vorrunde gegen den Hamburger Krempe ab und wurde für die Hauptrunde an 2 gesetzt. Gegen Schulz aus Schleswig-Holstein musste er aber gleich über drei Sätze gehen, um nach 3:15/17:16 und 15:4 ins Halbfinale einzuziehen. Gegen Andreas Kühling verschlief Guido erneut den ersten Satz. Nach dem 2:15 schaffte er aber wieder, das Spiel 15:4/7 zu wenden. Im Endspiel gegen Neubader aus Schleswig-Holstein war er dann chancenlos. Das Nordlicht hatte in den fünf Spielen der Vorrunde gerade 17 Punkte abgegeben und galt ohnehin als Favorit. Radecker konnte dem nichts entgegen setzten und unterlag 4/7:15. Der zweite Platz bedeutet aber mehr, als eine weitere Urkunde an der Wand. Radecker hat, nach Ansicht von Lars Ottawa, Betreuer des Bezirks Hannover, den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Der Trainerstab des DBV zeigte sich besonders von dem Kämpferqualitäten des Rintelners beeindruckt und wird kaum an ihm vorbeikommen.

Stefan Engler