Schaumburger Wochenblatt 29.03.1995

Badminton: Vier Schaumburger Nachwuchstalente erfolgreich

MI/BADMINTON. Ein voller Erfolg für den Landkreis Schaumburg war die erste Landesrangliste am vergangenen Wochenende. Mit Daniel Ihrke, Eva Bremer, Eike Westermann und Guido Radecker starteten gleich vier Schaumburger Nachwuchstalente beim wichtigsten Schülerturnier Niedersachsens. Der unbestrittene Champion des Quartetts war jedoch der Hohnhorster Daniel Ihrke. Im 16 Spieler starken Feld der Klasse U14 erkämpfte er sich einen hervorragenden fünften Platz.

Gleich in der ersten Begegnung traf er auf Henrik Peters vom BV Gifhorn, der Mitglied im Deutschen Talentteam, der inoffiziellen Schülernationalmannschaft, ist. Von diesem Titel ließ Daniel sich allerdings zunächst nicht beeindrucken. Er konnte durch gut plazierte Bälle eine 11:5 Führung erreichen, die jedoch im weiteren Verlauf des Satzes mehr und mehr schwand, so daß Daniel am Ende des zweiten Satzes nur noch der Einzug in die Trostrunde blieb. Dort dominierte er in den folgenden Spielen überragend gegen Sören Pohlmann und Marciey Kulinski (Cloppenburg). Auch in der anschließenden Begegnung konnte der Hohnhorster sich durchsetzen, obwohl Ronnie Reichstem (Gifhorn) ihn immer wieder in gefährliche Netzduelle verwickelte. Sein fünftes und letztes Spiel absolvierte Daniel gegen den Schaumburger Konkurrenten Eike Westermann. Nachdem er auf der letzten Bezirksrangliste schwer mit diesem Gegner gerungen hatte, setzte er sich hier klar mit 15:2 und 15:4 durch. Somit belegte Daniel in der Endauswertung Rang fünf vor Eike und hinter Tim Teulings (Hannover 96), der sich im kleinen Finale von Finn Kornau bezwingen lassen mußte. Im Endspiel triumphierte Matthias Krawitz (Hannover 96) dank seiner kraftvollen Spielweise klar in zwei Sätzen über Henrick Peters aus Gifhorn.

In der Klasse Mädchen U14 hieß die einzige Schaumburger Teilnehmerin Eva Bremer. Die für die Germania Hohnhorst startende Schülerin hatte das Pech, gleich in der zweiten Runde gegen das Gildehauser Talent Esther Verwold antreten zu müssen. Dennoch gab Eva sich kämpferisch und entschied den ersten Satz relativ klar zu ihren Gunsten. Im zweiten Satz verließ der Schutzengel sie jedoch, und den dritten Satz gewann ihre Gegnerin sogar ohne Punktverlust. Das anschließende Match gegen Nicole Pülm (BV Drömling) verlief ähnlich ungünstig; auch hier verschenkte Eva viele Punkte durch schlecht plazierte zierte Bälle. Das nächste Spiel gewann sie dann dank besserer Konzentration wieder, doch von ihrer fünften Gegnerin Sahra Wild aus Salzgitter wurde sie in einem spannenden und ausgeglichenem Spiel aus dem Rennen geworfen, so daß sie am Ende den zehnten Platz belegte. Im Finale setzte sich Stefanie Hüskens gegen Esther Verwold durch, auf Position drei folgt Maraike Pirl (Wolfsburg) vor Iris Schedlock (Neuenhaus) und Stefanie Schaper (Hannover 96).

Bei den Jungen U12 kam der einzige Schaumburger Teilnehmer aus Rinteln: Guido Radecker besiegte in seiner ersten Begegnung Daniel Gärtner in drei Sätzen, unterlag danach allerdings klar gegen Tobias Schnieders und Lukas Bruns. Guidos größtes Problem war dabei sein zweites Hobby: Seine Tennisvorhand brachte ihn um viele wichtige Punkte. Trotz dieses Mankos gewann er aber die folgenden Spiele gegen Volker Bahrs und Timo Umland (Drömling) und erreichte so Rang 11. Erster wurde Jan Knabbe vom MTV Mittelkirchen vor Daniel Korn (TV Ehmen) und Sascha Partow (SV Ahlfeld), der nach einem sehr guten Start im entscheidenden Spiel mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hatte und deshalb den Einzug ins Finale verpaßte.

In der Klasse Mädchen U12 hieß die Siegerin Britta Heuer (SV Dannenbüttel). Sie bezwang ihre Finalgegnerin Simone Riechert vom TSV Burgdorf in drei harten Sätzen. Der Kreis Schaumburg war hier nicht vertreten.

Dieses Turnier diente unter anderem zur Qualifikation für die zweite Niedersächsische Landesrangliste, die am 30. und 31. April in der Rintelner Kreissporthalle ausgetragen wird. Organisator Lars Ottawa erwartet neben den Rintelner Nachwuchsstars Eike Westermann und Philip und Guido Radecker auch einige Spieler des Deutschen Nationalkaders, so daß sich ein Besuch auf der Zuschauertribüne mit Sicherheit lohnen wird. Auch für bisher weniger Interessierte bietet sich hier die Möglichkeit, professionelle Badmintonathmosphäre einmal hautnah und vor allem ohne Eintrittsgeld miterleben zu können.