Irgendwann 1995 in irgendeiner Zeitung
Bundesverband im Badminton verläßt sich auf Ralf Oldenburg
Der größte Teil seiner Freizeit ist ausgefüllt mit dem Badmintonsport. Ob als
Aktiver, Funktionär oder Vater und Betreuer seiner beiden talentierten Töchter
Silke (16) und Kerstin (19), Ralf Oldenburg ist immer am Federball. Kürzlich kam
noch eine wichtige Aufgabe hinzu: Er war federführend für das Computerprogramm
der Deutschen Badmintonmeisterschaft in Hannover verantwortlich. Die Software
wurde von Oldenburg inzwischen fast zur Perfektion entwickelt, so daß sich die
Macher der nationalen Titelkämpfe die Dienste des Lehrers sicherten.
"Das Programm basiert auf einem Tabellenkalkulationsprogramm, ich habe es ausgebaut
und spezifisch für den Badmintonsport weiterentwickelt", sagt 0ldenburg. In Hannover
diktierte Ralf 0ldenburg seinem Computer die aktuellen Spielergebnisse und
anschließend als druckfertige Turnierliste mit den Partien der nächsten Runde
ausgespuckt wurden. "Der Deutsche Badmintonverband will mein Programm bundesweit
vertreiben", freut sich Oldenburg. Es müsse nur noch die Lizenzfrage geklärt
werden. Inwieweit Ralf Oldenburg damit einmal ein paar Mark verdienen kann, ist
völlig offen. "Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht."
Die Anfänge seines Programmes wurden zuerst auf Kreis- und Bezirksmeisterschaften
getestet. Erst als die Deutschen Meisterschaften in Hannover geplant wurden, kam
Klaus Kindervater, Vorsitzender des Badmintonbezirksverbandes und Cheforganisator
der Titelkämpfe, auf Ralf Oldenburg zu.
Der 46-jährige Lehrer des Gymnasiums von Bad Nenndorf kam vor rund 20 Jahren
während eines Urlaubs in Süd-Italien zum Badmintonsport. Über den PSV Stadthagen
und TSV Beckedorf kam er 1981 zum TuS Germania Hohnhorst. Dort war er lange Zeit
die Nummer eins des Klubs. Inzwischen schmettert er in der dritten Hohnhorster
Mannschaft.
Durch die Liebe des Vaters zum Badmintonsport kamen auch die beiden Töchter zu
diesem Spiel. "Silke könnte einmal in höheren Klassen spielen. Doch ihr fehlt
der letzte Kick, und zudem darf die Schule nicht zu kurz kommen", urteilt der
Vater über seine jüngste Tochter. Kerstin, die ältere der beiden, wolle gerne
in Hohnhorst bleiben. Beide Töchter haben es schon zu diversen Titeln von der
Kreis- bis zur Landesebene gebracht. Silke hat sogar schon bei nationalen
Titelkämpfen der Jugend mitgemischt.
Ralf Oldenburg, der von 1989 bis 1992 Jugendwart des Bezirksverbandes war, will
auch künftig kein Funktionär mehr sein. "Solange meine Töchter mich noch als
Fahrer und Betreuer brauchen, mische ich im Verein und darüber hinaus kräftig
mit, danach trete ich etwas kürzer", blickt Oldenburg voraus. Und wer weiß,
vielleicht ist ja dann das Computerprogramm von Ralf Oldenburg ein großer
Renner, für dessen Vertrieb er die Freizeit opfern muß. (Axel Emmert)