Faszination der Starts, Sprünge, Schritte und Sprints
"Je leichter, je lieber" heißt die Forderung an einen guten Schläger. Ein Vollcarbonschläger
bringt ganze 100 Gramm auf die Waage, seine Naturdarmseite zeichnet sich vor allen durch
hohe Elastizität aus. Badminton, die sportliche Variante des Federballspieles, gewinnt
zunehmend Anhänger bei jung und alt. Das Spiel mit dem nur fünf Gramm schweren Federball
hat langst seinen festen Platz im Schulsport und darf sich ab 1992 sogar zu den olympischen
Sportarten zählen.
Kraftvolle Schmetterbälle mit Anfangsgeschwindigkeiten von gut 200 Stundenkilometern und
gefühlvolle Drops genau hinter die Netzkante eröffnen unzählige Spielvariationen. Ballwechsel
mit 20 Schlägen und mehr sind keine Seltenheit, und ein gutes Match (zwei Gewinnsätze) kann
sich über 90 Minuten erstrecken.
Die Spielidee ist einfach: Der Federball wird von einem Spieler mit Hilfe des Schlägers über
ein Netz in das gegenüberliegende Feld geschlagen. Der Gegner versucht nun, den Ball zu erreichen
und ihn zurückzuschlagen, ehe er den Boden berührt hat. Die Faszination liegt darin, daß dieses
Ziel mit schnellem, kraftvollem Angriffsspiel ebenso zu erreichen ist, wie mit ideenreichen
Plazierungen, angetäuschten Schlägen oder den verschiedenartigsten Finten.
Besondere Verdienste um den Schaumburger Badmintonsport hat sich ausgerechnet ein
Nicht-Schaumburger erworben, der Wunstorfer Hans-Werner Eberhardt. Schon im Alter von sieben
Jahren nahm er - den Badmintonschläger geschultert - weite Strecken per Fahrrad zum Training
auf sich, arbeitete sich bis in die Bundesliga vor und war 1970 und 1971 jeweils Fünfter der
Deutschen Einzelmeisterschaft - lange, bevor allerorts der Badmintonboom ausbrach.
Als sich vor 15 Jahren der Schaumburger Badmintonfachverband konstituierte, war Hans-Werner
Eberhardt überaus begehrt. Er trat der Hohnhorster Germania bei und fungierte bald als
Lehrgangsleiter des Fachverbandes in Schaumburger Schulen und Ausbildungszentrum im Harz.
Daneben trainierte er weiter im MTV Nienburg und vervollkommnete seinen Stil zur Perfektion,
auch wenn er heute altersbedingt nicht mehr um deutsche Meisterehren mithält: 20
Bezirksmeistertitel im Einzel, im Doppel und im Mixed und der zweite Platz im Doppel der
Norddeutschen Meisterschaft sind Eberhardts stolze weitere Bilanz.

SCHAUMBURGS AUSNAHMESPIELER Hans-Werner Eberhardt (am Netz) demonstriert mit Partner
Matthias Blume, worauf es heim vollendeten Badminton ankommt: Konzentration und
Reaktionsvermögen, Antrittsgeschwindigkeit, Stellungsspiel, Beherrschung aller Schlagtechniken
und nicht zuletzt auch "Köpfchen".
Aufn.: Wegener
(Anm. des Webmasters: naja, am Netz agiert ja wohl eindeutig Walter Beißner von
der SG Eilsen/Bückeburg. Aber er ist ja auch ein Schaumburger Ausnahmespieler...)
Voraussetzung für einen guten Turnierspieler sind Reaktionsschnelligkeit, eine ausgereifte
Lauftechnik, ein exaktes Stellungsspiel, ein sicheres Ballgefühl und natürlich Kondition.
Während eines Spiels vollführt der Badmintonspieler unzählige Starts, Sprünge, Ausfallschritte
und kurze Sprints. Die daraus resultierende Belastung der Sehnen, Muskeln und Bänder bedarf
einer besonders sorgfältigen gen Vorbereitungsphase durch Dehngymnastik und Aufwärmübungen
bevor nach dem Durchspielen aller Schlag- und Laufbewegungen der Wettkampf beginnen kann.
Die Punktspielsaison läuft von September bis Ende Februar. Der Kreis Schaumburg ist mit
24 Senioren-, Jugend- und Schülermannschaften an den Punktspielen beteiligt. Ein Spiel besteht
aus zwei Herrendoppeln, einem Damendoppel, drei Herreneinzeln, einem Dameneinzel und einem
gemischten Doppel. Alle Doppeldisziplinen sowie das Herreneinzel werden in zwei Gewinnsätzen
bis zu 15 Punkten gespielt, das Dameneinzel bis zu 11 Punkten kann nur die Seite, die das
Aufschlagsrecht hat.
Das Fazit: Badminton ist eine Sportart, die Frauen und Männer gemeinsam betreiben können.
Hierin ist auch ein Grund für die wachsende Popularität zu sehen. Im Kreis Schaumburg sind
bereits 500 Aktive in elf Vereinen organisiert. (wg)